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Team arbeitet gemeinsam an Dateien – Symbolbild für Nextcloud
KI Automatisierung

Nextcloud im Unternehmen: DSGVO-konforme Alternative zu Microsoft 365 und Dropbox

AutorMuhamed Alahmed
Veröffentlicht am
Lesezeit4 Min.
Kurz erklärt

Nextcloud ist eine Open-Source-Plattform für Dateien, Kalender, Kontakte, Videokonferenzen und gemeinsames Bearbeiten von Dokumenten, die auf eigenen Servern oder bei einem deutschen Hoster läuft. Sie ist damit eine datenschutzfreundliche Alternative zu Microsoft 365, Google Workspace und Dropbox – mit mehr Kontrolle, aber auch mehr Eigenverantwortung im Betrieb.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nextcloud bündelt Dateien, Kalender, Kontakte, Chat, Video und Office – auf eigenen Servern.
  • Open Source (AGPLv3) von der Nextcloud GmbH aus Stuttgart, Teil von openDesk.
  • Vorteil: Datenhoheit und Unabhängigkeit; Nachteil: eigener Betrieb nötig.
  • Umstieg am besten mit einem Pilot-Team.

Nextcloud ist eine Open-Source-Plattform für Dateien, Kalender, Kontakte, Chat und Videokonferenzen sowie gemeinsames Bearbeiten von Dokumenten, die auf eigenen Servern oder bei einem Hoster in Deutschland läuft. Damit ist sie eine datenschutzfreundliche Alternative zu Microsoft 365, Google Workspace und Dropbox: Ihre Daten bleiben unter Ihrer Kontrolle. Der Preis dafür ist mehr Eigenverantwortung im Betrieb – oder ein Dienstleister, der ihn übernimmt.

Was Nextcloud im Unternehmen leistet

  • Dateien: Ablage, Freigaben, Synchronisation auf Computer und Smartphone, Versionen.
  • Dokumente gemeinsam bearbeiten: Text, Tabellen und Präsentationen im Browser, kompatibel mit Office-Formaten.
  • Kalender und Kontakte: gemeinsame Kalender, Terminplanung, Adressbücher.
  • Talk: Chat und Videokonferenzen im eigenen System.
  • Mail, Aufgaben, Formulare: weitere Apps je nach Bedarf.
  • KI-Assistent: Texte schreiben, zusammenfassen, Fragen zu eigenen Dateien beantworten – auf Wunsch mit lokalen Modellen, siehe Nextcloud + KI.
Videokonferenz am Laptop

Warum Unternehmen über eine Alternative nachdenken

Microsoft 365 und Google Workspace sind leistungsfähig, werden aber von US-Konzernen betrieben. Die Datenschutzkonferenz der deutschen Aufsichtsbehörden kam 2022 zu dem Ergebnis, dass ein datenschutzkonformer Einsatz von Microsoft 365 auf Basis der damaligen Unterlagen nicht nachgewiesen sei. Seit 2023 gibt es mit dem EU-US-Datenschutzrahmen eine neue Rechtsgrundlage für Datenübermittlungen, und Microsoft bietet Verarbeitung in der EU an – viele Unternehmen setzen die Dienste mit sorgfältiger Konfiguration ein. Andere wollen die Abhängigkeit von einem einzelnen US-Anbieter grundsätzlich reduzieren. Für sie ist Nextcloud die naheliegende Option.

Vorteile von Nextcloud

  • Datenhoheit: Sie bestimmen, wo die Daten liegen – im eigenen Haus oder bei einem Hoster in Deutschland.
  • Offener Code: Nextcloud steht unter der Open-Source-Lizenz AGPLv3; der Code ist einsehbar und unabhängig prüfbar.
  • Europäischer Anbieter: Hinter der Software steht die Nextcloud GmbH aus Stuttgart.
  • Keine Lizenzkosten pro Nutzer für die freie Version; für Unternehmen gibt es kostenpflichtige Support-Verträge.
  • Öffentlicher Sektor setzt darauf: Nextcloud ist Teil von openDesk, dem Arbeitsplatz-Paket des Zentrums für Digitale Souveränität der Bundesverwaltung.

Nachteile und Grenzen

  • Betrieb: Updates, Datensicherung und Sicherheit müssen organisiert werden – intern oder durch einen Dienstleister.
  • Gewohnheiten: Wer tief in Outlook, Teams und Excel-Makros arbeitet, braucht eine Umstiegsphase.
  • Integrationen: Manche Branchensoftware ist eng mit Microsoft verknüpft.
  • Office-Kompatibilität: gut für die meisten Dokumente, bei sehr komplexen Dateien kann es Abweichungen geben.

Was Nextcloud kostet

Die Software selbst ist frei. Kosten entstehen für den Server bzw. das Hosting, für Einrichtung und Betrieb sowie optional für einen Enterprise-Supportvertrag mit Nextcloud. Viele deutsche Hoster bieten Nextcloud auch als fertigen Dienst an. Im Vergleich zu Lizenzen pro Nutzer kann sich das ab einer gewissen Teamgröße rechnen – entscheidend ist aber weniger der Preis als die Frage, wer den Betrieb übernimmt.

Umstieg in fünf Schritten

  1. Bestandsaufnahme: Welche Dienste werden heute genutzt? Was ist geschäftskritisch?
  2. Pilot: ein Team, ein Bereich – etwa die Dateiablage – für einige Wochen.
  3. Anmeldung: zentrale Benutzerverwaltung mit Single Sign-On.
  4. Migration: Dateien, Kalender und Kontakte schrittweise übernehmen.
  5. Schulung und Begleitung: kurze Einweisungen, Ansprechpartner für Fragen.

Der Vergleich mit SharePoint im Detail steht in Nextcloud vs. SharePoint; warum offene Plattformen langfristig flexibler machen, erklärt Vendor-Lock-in vermeiden.

Für Technik-Interessierte

  • Nextcloud basiert auf PHP und einer Datenbank (meist PostgreSQL oder MariaDB) und lässt sich als Container betreiben.
  • Für gemeinsames Bearbeiten wird ein Office-Server angebunden (z. B. Collabora Online).
  • Anmeldung per SAML oder OpenID Connect an Keycloak oder Authentik ist möglich.

bettersorted setzt für seine Kundinnen und Kunden auf offene, einsehbare Bausteine – betrieben auf Servern in Deutschland und gebündelt im automaisa Hub. Wir beraten herstellerneutral, sind beim BAFA registrierter Berater und autorisierter INQA-Coach. Die Beratung und begleitete Einführung lassen sich über das INQA-Coaching mit 80 % fördern; den passenden Weg zeigt der Förder-Check. Für ein unverbindliches Erstgespräch: Kontakt.

Beispiel: Sozialer Träger wechselt die Dateiablage

Ein illustratives Szenario: Ein Träger mit mehreren Einrichtungen nutzt bisher Netzlaufwerke und private Cloud-Konten. Mit Nextcloud bei einem Hoster in Deutschland erhält jede Einrichtung einen eigenen Bereich, Leitungen teilen Dokumente gezielt, Mitarbeitende greifen auch mobil zu. Die Anmeldung läuft über eine zentrale Nutzerverwaltung. Nach drei Monaten kommen Kalender und Videokonferenzen hinzu, später der KI-Assistent mit lokalem Modell.

Typische Fehler beim Umstieg

  • Alles auf einmal: Dateien, Mail, Kalender und Chat gleichzeitig umstellen überfordert.
  • Alte Struktur 1:1 übernehmen: Gute Gelegenheit, Ordner aufzuräumen.
  • Keine Rechte-Planung: „Alle sehen alles“ ist selten zulässig.
  • Betrieb nicht geklärt: Updates und Sicherungen müssen jemandem gehören.
  • Keine Schulung: Eine Stunde Einführung spart Wochen Frust.

Kosten und Förderung

Die Kosten für den Umstieg auf Nextcloud setzen sich aus drei Teilen zusammen: Einrichtung (Planung, Installation, Anbindung, Tests), laufender Betrieb (Server oder Hosting, Updates, Überwachung, Datensicherung) und Begleitung der Mitarbeitenden (Schulung, Regeln, Ansprechpartner). Feste Preise nennen wir nicht, weil Umfang und Ausgangslage stark variieren. Die Software selbst verursacht bei Open-Source-Lösungen keine Lizenzkosten.

Gefördert wird nicht die Technik, sondern die Beratung und begleitete Einführung: Über das INQA-Coaching übernimmt der Bund bundesweit 80 % der Coachingkosten (bis zu 11.520 €, Schecks bis 30.06.2028). Eine vorgelagerte Analyse lässt sich über die BAFA-Beratungsförderung bezuschussen – mit 80 % in den neuen Bundesländern, Lüneburg und Trier, sonst 50 %, für Anträge bis 31.12.2026. Für Investitionen bieten manche Länder eigene Programme – siehe Fördermöglichkeiten für Unternehmen in Deutschland.

Häufig gestellte Fragen

Ist Nextcloud DSGVO-konform?

Nextcloud kann DSGVO-konform betrieben werden, weil Sie den Speicherort selbst bestimmen. Konformität hängt aber vom Betrieb ab: Hosting in Deutschland, AVV mit dem Hoster, Rechte, Verschlüsselung und Löschregeln.

Kann Nextcloud Microsoft 365 komplett ersetzen?

Für Dateien, Kalender, Kontakte, Chat, Videokonferenzen und gemeinsames Bearbeiten ja. Bei tiefen Integrationen in Microsoft-Software oder komplexen Excel-Makros braucht es eine genaue Prüfung.

Ist Nextcloud kostenlos?

Die Software ist Open Source und ohne Lizenzkosten nutzbar. Kosten entstehen für Hosting, Betrieb und optional einen Supportvertrag.

Wer betreibt Nextcloud, wenn wir keine IT-Abteilung haben?

Viele KMU nutzen Nextcloud über einen deutschen Hoster oder lassen sie von einem Dienstleister betreiben, der Updates, Sicherungen und Sicherheit übernimmt.

Stand: Oktober 2026.

Portrait von Muhamed Alahmed, Gründer von bettersorted
Über den Autor

Muhamed Alahmed

Mit über 10 Jahren IT-Erfahrung entwickle ich Lösungen, die nicht nur technisch funktionieren, sondern echten Mehrwert schaffen und Freiräume eröffnen.

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